Fischsterben in der Oder: schnelle Maßnahmen und Transparenz sind nötig!

Thomas Domres

In der Oder werden vermehrt tote Fische, Goldalgen und ein hoher Salzgehalt festgestellt. Dazu erklärt der umweltpolitische Sprecher Thomas Domres:

Die toten Fische in der Oder sind ein Alarmzeichen. Das Umweltministerium muss schnell und vor allem transparent handeln, damit die Menschen in der Oderregion Klarheit haben. Welche Signale gibt es aus dem Vorwarnsystem entlang der Oder? Wie wird die Ausbreitung der Goldalgen in Nebengewässer verhindert? Wie wird die Beseitigung toter Fische organisiert, falls es wieder zu einem größeren Fischsterben kommt? Dazu muss die Landesregierung Rede und Antwort stehen.

Entscheidend für die Zukunft der Oder ist es, den Salzgehalt zu reduzieren. Das kann nur auf polnischer Seite geschehen. In zwei Jahren ist es nicht gelungen, hier zu irgendwelchen Fortschritten zu kommen. Die Salzeinleitungen sind offensichtlich ein Verstoß gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Deshalb sollte die Landesregierung rechtliche Schritte prüfen, um den Druck zu erhöhen.

Landes- und Bundesregierung müssen bei den polnischen Partnern intensiver als bisher für den Schutz der Oder eintreten. Trotz des Regierungswechsels in Polen gab es bisher keine sichtbaren Erfolge, weder bei den Salzeinleitungen noch beim Oderausbau. Denn der weitere Ausbau der Oder würde die Lebensbedingungen für Fische im Fluss weiter verschlechtern und das Ökosystem anfälliger machen.