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6. Chance: Schule und Kita – verlässlich, chancengerecht weiter verändern

Corona hat unser Bildungswesen vielfach blockiert und die Defizite deutlicher hervortreten lassen. Unsere Schulen hinken digital hinterher, Fernunterricht scheitert allzu oft an fehlenden Laptops oder der nötigen Internetverbindung. Viele Kinder und Jugendliche haben deshalb, ohne abgesicherten Präsenzunterricht, das Nachsehen. Schulen platzen aus allen Nähten, Kitagruppen sind zu groß, gut ausgebildetes pädagogisches Personal ist Mangelware. Die Erfahrungen der letzten Monate haben aber auch neue Wege eröffnet, die wir nutzen müssen.

  • In der Krise wurde deutlich: die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist systemrelevant! Dabei geht es nicht nur um die Wirksamkeit von Hilfesystemen für Kinder und Jugendliche, sondern auch um die Wahrung ihrer Interessen und die Absicherung ihrer Teilhabe. Hier müssen dringend Schlüsse aus den ersten Monaten der Corona-Pandemie gezogen werden: Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen darf nicht erneut auf deren Beschulung und Schutz reduziert werden.
  • Präsenzunterricht in der Schule und Distanzlernen, also das selbstständige Erarbeiten von Unterricht zu Hause, müssen kombiniert und koordiniert werden. Dazu brauchen die Kinder, Eltern und Lehrkräfte notwendige technische Voraussetzungen. Die Kosten dafür müssen für Familien mit kleinen Einkommen so selbstverständlich getragen werden, wie die für die Schulbücher. Das gilt auch für den Internet-Anschluss und den Drucker. Jede Schule ist in kürzester Zeit so auszustatten, dass Lernen mit digitalen Endgeräten möglich ist. Die Ungleichheit im Bildungssystem darf sich nicht durch ungleiche technische Zugänge und Bildungsvoraussetzungen verstärken. Sie muss überwunden werden!
  • Gleichzeitig gilt es, die Medienkompetenz nicht nur der Schüler*innen mit oder ohne Behinderungen zu fördern, sondern auch die der Eltern. Alle Lehrer*innen brauchen im Bereich der Digitalisierung entsprechende Fortbildungsangebote und Unterstützung. Digitale Lehr- und Lernmöglichkeiten müssen anwenderfreundlich, sicher und offen sein.
  • Das Lernen in kleinen, leistungsgemischten Klassen hat sich gerade in Krisenzeiten bewährt. Die Schüler*­innen brauchen mehr individuelle Förderungen, Ferien zur Erholung und keinen Sonnabendunterricht. Das Gemeinsame Lernen sowie Ganztagsangebote an den Schulen müssen weiter ausgebaut werden.
  • Richtig bleibt: Gute Schule braucht nicht nur gute Lehrer*innen, sondern auch gut ausgebildetes zusätzliches pädagogisches Personal, wie z.B. Sozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen und gerade in Pandemiezeiten Schulgesundheitsfachkräfte (Schulkrankenschwestern). Hier wollen und dürfen wir nicht sparen. Besonders Schulen in den ländlichen Regionen leiden unter dem Fachkräftemangel. Ein Konzept für die Gewinnung von Fachkräften im Ländlichen ist dringend geboten.
  • Und wir bleiben dabei und werden es solange wiederholen wie es nötig ist: Kita-Plätze müssen für alle Kinder, ganztags und flexibel vorgehalten werden und sie müssen endlich vollständig gebührenfrei sein!