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5. Chance: Lebensmittelversorgung sicher und gesund – auch für Beschäftigte

Ansteckungen im Schlachthof und bei Erntehelfer*innen, überfüllte Schweineställe, Lebensmittel-Lkws im Grenzstau – die Corona-Krise hat uns die Risiken einer globalisierten und zentralisierten Landwirtschaft deutlich vor Augen geführt. Auch wenn bei uns leere Regale selten waren: Bei einer so großen Abhängigkeit von internationalen Warenströmen ist das Risiko für Versorgungsengpässe gegeben. Gravierend wirkte sich die Krise auf die Landwirtschaftsbetriebe aus, die für den Weltmarkt produzieren. Lieferketten brachen zusammen.

Das Beispiel des großen Schlachthofs Tönnies zeigt: wenn regionale Verarbeitungsstrukturen fehlen, werden die Produzenten abhängig von den zentralen Abnehmern oder gar Monopolisten. So wurden nach dem Corona-Ausbruch und der Schließung von Tönnies bundesweit Schweinehalter ihr Schlachtvieh nicht mehr los. Dieser Ausbruch zeigte außerdem: wer ausschließlich auf Kostenminimierung und Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt setzt, gefährdet die Gesundheit und Würde der Arbeitnehmer*innen.

  • Als Schlussfolgerung aus der Krise setzen wir auf regionale und kleinteilige Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungskreisläufe. Damit werden wir widerstandsfähiger gegen Krisen. Mehr Wertschöpfung bleibt in der Region. Landwirt*innen werden unabhängiger. Bessere Sozial-, Tierwohl- und Umweltstandards werden möglich. Die Agrarförderung sollte sich deshalb auf solche Strukturen konzentrieren. Beispielsweise sollte regionale Verarbeitung und Vermarktung besonders unterstützt werden.
  • Wir wollen mehr politische und öffentliche Aufmerksamkeit für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelverarbeitung schaffen. Es geht darum, die Sozialstandards zu verbessern und Arbeitnehmer*innenrechte durchzusetzen – mit Rechtsetzung, Information und Kontrolle. Dies gilt auch für Wohnunterkünfte der Beschäftigten – ob bei Ernte, Schlachtung oder auf dem Bau.