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Jürgen Angelow

Kathrin Dannenberg und Isabelle Vandre

Kinder haben Ferien – Ministerium muss nachsitzen

DiG/Thomas Kläber

Nach den Zeugnissen geht es in die Sommerferien – ein seit Jahrzehnten bekannter Ablauf, doch in diesem Jahr ganz anders. Allein die Zeugnisvergabe ging über drei Tage, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Einen solchen Ferienbeginn hatten wir wohl noch nie“, sagte die Fraktionsvorsitzende und Bildungsexpertin der LINKEN im Landtag, Kathrin Dannenberg. „Unser Dank gilt allen, die sich in den Corona-Monaten unermüdlich für Bildung und Betreuung eingesetzt haben – das war großartig!“ Respekt hätten auch die Kinder und Jugendlichen verdient: „Sie mussten in der Pandemie auf vieles verzichten und haben ihre Freunde oft monatelang kaum gesehen. Und trotzdem sind sie am Ball geblieben.“

Das Bildungsministerium hat dagegen noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen, bis es selbst entspannen kann, findet Dannenberg: „Egal, ob nach den Sommerferien der reguläre Schulbetrieb aufgenommen wird oder ob einzelne Schulen wegen einer zweiten Welle geschlossen bleiben – dass MBJS hat noch einiges zu tun, damit der Einstieg ins neue Schuljahr gelingt.“ Homeschooling etwa funktioniere nur, wenn alle Kinder mitmachen können. Das setzt voraus, dass alle mit der nötigen Technik ausgestattet sind.

„Außerdem darf kein Kind zurückgelassen werden – das Ministerium muss schon jetzt dafür sorgen, dass nach den Ferien zusätzliche Unterstützungskräfte zur Stelle sind.“ Nur dann sei es möglich, alle Schüler*innen so zu fördern, wie sie es brauchen. „Und zwar in der regulären Schulzeit. Das ist besser, als die Kinder auch noch am Sonnabend in die Schule zu schicken – das Wochenende ist Familienzeit!“

Isabelle Vandre, die kinder- und jugendpolitische Sprecherin, erinnert daran, dass mit dem Ende dieses Schuljahres keine Normalität beginnt: „Es werden weniger Familien als sonst die Möglichkeit haben, in den Urlaub zu fahren. Freizeitangebote in Horten oder Ferienkiezen, von Jugendclubs oder Jugendverbänden sind da unverzichtbar – zumal sie Spaß mit spielerischem Lernen verbinden“. Doch Corona habe auch den Freizeitanbietern zugesetzt; viele wüssten nicht, ob sie über das Jahr kommen, weil ihnen die Einnahmen fehlen. Vandre: „Besonders die Kieze und Jugendbildungsstätten brauchen Sicherheit, damit sie auch nächstes Jahr noch preisgünstige Freizeiten für alle anbieten können.“

Die Politik müsse also noch nachsitzen. Allen Kindern und Jugendlichen wünschen Dannenberg und Vandre: „Schöne Ferien!“


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