Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Skip to main content

Gerrit Große

Brandenburgs Schulsystem ist krank

Die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2006/07, das sog. Ü 7- Verfahren, belegen, dass in allen Landesteilen die Eltern in wesentlich größerem Maße als bisher, Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe auf Kosten der Oberschulen angewählt haben.

Die Linkspartei.PDS fordert die Überwindung des gegliederten Schulsystems in Brandenburg. Sie interpretiert das Anwahlverhalten der Brandenburger Eltern als Votum für einen solchen Schritt.
Der Aufschrei von CDU und SPD angesichts dieses Anwahlverhaltens ist nicht zu überhören. Die Forderung nach Verschärfung der Zulassungsbedingungen zum Gymnasium ist die einzige hilflose Reaktion von Seiten der Koalition.
Doch worin liegt eigentlich die Dramatik, wenn sich fast die Hälfe der Eltern für ihre Kinder eine hohe Bildung wünschen? Der OECDDurchschnitt liegt in der Abiturquote bei 54% , die skandinavischen Länder haben eine Abiturquote von 70% der Kinder eines Jahrganges. Dort hat man verstanden, dass das Abitur neben dem Zugang zur Hochschule auch für künftig notwendige hochqualifizierte Fachkräfte von Wert ist und auch zur Teilhabe an den kulturellen Gütern oder der Teilhabe an Demokratie vonnöten ist. Auch Brandenburg steht ab 2014 vor einem enormen Fachkräftemangel und einige Jahre später vor einem gravierenden Mangel an Akademikern. Darauf muss sich eine zukunftsfähige Schule einstellen. Aufnahmetests für 10-jährige Kinder benachteiligen erwiesenermaßen Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern und auch Kinder, die an Grundschulen lernen,welche mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben (große Klassen, Unterrichtausfall, keine Förderstundenzuweisung). Darüber hinaus bringt der Test auch nichts, solange allle anderen Kriterien (Noten, Gutachten, Aufnahmegespräch) für den Besuch des Gymnasiums sprechen. Die Gymnasialschulleiter bestätigen inzwischen, dass auch Schüler mit der Empfehlung “Fachoberschulreife“ oft noch ein gutes Abitur ablegen. Das alles spricht dafür, nun endlich die richtige Reform des Schulsystems einzuleiten. Die Krankheit des Systems heißt gegliedertes Schulsystem und sie schadet insbesondere den Flächenländern .
Wir schlagen vor, dass alle Schüler bis zur 9. Klasse gemeinsam an der Oberschule lernen und dann erst den Übergang zum Gymnasium selbstbestimmt entscheiden sollten. Wenn dann 50% das Gymnasium besuchen, wären wir endlich auch auf dem Gebiet zukunftsfähig. Wenn Schüler gemeinsam bis zur 9. Klasse unter vernünftigen Rahmenbedingungen lernen könnten, wäre auch an den Oberschulen eine ganz andere
Qualität möglich, könnten auch die Lehrkräfte wieder motivierter arbeiten. Wir würden die Potenzen von mehr Schülern ausschöpfen, sozial ausgewogenes Lernen ermöglichen und vor allem auch Standorte erhalten- für die Sekundarstufe I und II. .Dies alles sind ursozialdemokratische Forderungen, in fast allen europäischen Ländern funktioniert Bildung so besser. Für eine solche Reform ist es höchste Zeit! Die derzeit debattierte
Schulgesetznovelle wird die Durchlässigkeit von der Oberschule nach der 10. Klasse zum Gymnasium gar nicht mehr gewährleisten. Das haben Eltern offenbar schon gespürt und sich daher richtig verhalten.


Wir sind für Sie da!

Für alle Fragen rund um Pressemitteilungen, Gesprächswünsche zu Abgeordneten und die Berichterstattung über Aktivitäten und Initiativen der Landtagsfraktion sind wir Ihre Ansprechpartner_innen:

Pressesprecherin

Alexa Lamberz

Tel: 0331/966 15 37
Fax: 0331/966 15 40

E-Mail

Stellv. Pressesprecher

Jan Langehein

Tel: 0331/966 15 44
Fax: 0331/966 15 05

E-Mail