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Kathrin Dannenberg, Anke Schwarzenberg, Heiko Kosel

Brandenburg und Sachsen in der Pflicht bei der Revitalisierung der sorbischen Sprachen

Auf dem 15. Sorbischen Tag der Linksfraktionen im Landtag Brandenburg und im Sächsischen Landtag ging es um die Herausforderungen für die Lausitz: angefangen von der noch fehlenden Sorben/Wenden- Schulverordnung, über die zu erarbeitende Sprachenplanung bis hin zur vorliegenden Evaluation sorbisch-wendischer Bildungsangebote.

Dazu erklären aus Brandenburg Kathrin Dannenberg, bildungspolitische Sprecherin, Anke Schwarzenberg, minderheitenpolitische Sprecherin der Linksfraktion und Heiko Kosel, Sprecher für nationale Minderheiten im Sächsischen Landtag:

Eine bessere Bildung für Minderheiten ist gemeinsame Aufgabe von Sorben/ Wenden und Landesregierung.

„Sich jetzt zurückziehen oder einfach die Füße stillhalten, löst keine Probleme. Es muss dringend gehandelt werden, insbesondere was die Schulverordnung der Sorben/Wenden betrifft. Es sind aber auch praktische Konsequenzen aus der Evaluation sorbischer/wendischer Bildungsangebote zu ziehen. Die Revitalisierung der Sprache bleibt Verpflichtung, auch vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels. Hierbei werden wir nicht nachlassen“, so Kathrin Dannenberg.

Anke Schwarzenberg betont: „Im Haushalt 2019/20 wurden zur Unterstützung der sorbisch/wendischen Bildungsangebote im Kitabereich Gelder in Höhe von 400.000 EURO zur Verfügung gestellt. Jetzt kommt es darauf an, für die Verwendung dieser Mittel Regelungen zu finden, die dann zum Beginn des Kitajahres 2019/20, also ab 1. August 2019 greifen.“
Die Linksfraktion ist bereit, den Prozess der Revitalisierung der sorbischen Sprache zu unterstützen. Das geht nur auf Augenhöhe, gemeinsam mit den sorbischen Akteuren, den Eltern, den Lehrkräften und den Schulträgern. Das muss durch das Bildungsministerium koordiniert und Angebote gemeinsam entwickelt werden.

Heiko Kosel ergänzt aus sächsischer Sicht:
"Trotz erfreulicher Entwicklungen müssen wir auch feststellen, dass die Probleme des sorbischen/wendischen Volkes nicht kleiner, sondern größer geworden sind. Besonders alarmierend ist der Lehrermangel. Insgesamt also ein Versagen der herrschenden Politik, mit Rot-Rot in Brandenburg als positive Ausnahme. Hier erfolgten in den vergangenen fünf Jahren immerhin zwei produktive Novellierungen des Sorben/Wende-Gesetzes und eine konkrete Evaluierung des sorbischen /wendischen Bildungswesens.

Gerade im Vergleich mit Brandenburg zeigen sich die Handlungsdefizite Sachsens am deutlichsten:
1. Während in den vergangenen fünf Jahren das Sorben/Wenden-Gesetz in Brandenburg zweimal substanziell novelliert wurde, sträubt sich die sächsische Staatsregierung bereits gegen das bloße Nachdenken über Änderungs- und Reformbedarf bezüglich des vor zwanzig Jahren erlassenen Sorbengesetzes in Sachsen.
2. Während in Brandenburg über die zum Teil schmerzhaften Ergebnisse einer Evaluierung des dortigen sorbischen /wendischen Schulwesens diskutiert wird, lehnen die Verantwortlichen in Sachsen bereits die Durchführung einer solchen Evaluierung ab, obwohl sorbische Eltern, Kinder und Lehrer hierzulande über gleiche Probleme berichten.
3. Während in Brandenburg bereits die Vorbereitung der zweiten Direktwahl des dortigen Sorben/Wenden-Rates läuft, wird in Sachsen auch die nächste Wahl des hiesigen Sorbenrates nicht durch die Sorben selbst, sondern fremdbestimmt, durch den Sächsischen Landtag, erfolgen.
4. Während es in Brandenburg bereits gelingt, polnische Interessenten für die Lehrertätigkeit im sorbischen / wendischen Bildungswesen zu gewinnen, endete die sächsische Anwerbung tschechischer Pädagogen mit einem Fiasko.
Fazit: Es gibt in Sachsen und Brandenburg noch viel zu tun, um die sorbischen Sprachen zu erhalten und zu revitalisieren. Dass in Sachsen die Zahl der offenen Aufgaben größer ist, hat eine klare Ursache: die Ignoranz der Verantwortlichen.

 


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