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Rede zur Ausstellungseröffnung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ am 20.04.2015

Diana Bader eröffnet die Ausstellung "Max ist Marie"

Diana Bader eröffnete am 20. April 2015 die Ausstellung "Max ist Marie" der Fotografin Kathrin Stahl auf unserem Fraktionsflur zusammen mit Ministerin Diana Golze, Jirka Witschak und Jannes Christopher Albu. Hier ihre Rede im Wortlaut.

Sehr geehrte Damen und Herren,

beginnen möchte ich mit einem Zitat: „Ich war schon immer eine Frau. Eine Frau ist man, die kann man nicht werden. Deswegen ist es auch Blödsinn, mich zu fragen, was ich vorher war, oder ob ich schon operiert bin. Ich bin einfach ich.“ Diese Worte von Michelle fassen das Anliegen der Ausstellung treffend zusammen: „Ich bin einfach ich“ – nehmt mich so an wie ich bin. Wie jeder Mann und jede Frau möchte ich so leben, wie ich will.

Im Rahmen des diesjährigen CSD Potsdam zeigt unsere Fraktion DIE LINKE gemeinsam mit dem Verein „Faires Brandenburg e.V.“ die Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“. Ich freue mich sehr, dass ich als gleichstellungspolitische Sprecherin die Ausstellung in unseren Räumen eröffnen kann und über Ihr großes Interesse. Gleichzeitig bedauere ich, dass es in der heutigen Zeit noch einer extra Ausstellung bedarf, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und auf das Thema Transidentität aufmerksam zu machen. Leider gibt es auch heute immer noch vielerorts Unverständnis oder gar Diskriminierung statt Ermutigung und Unterstützung, wenn sich jemand auf den transidenten Weg macht. Deshalb ist die Ausstellung wichtig, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen, über Transidentität aufzuklären und ein Mehr an Akzeptanz gegenüber transidenten Menschen zu erreichen. Und sie ist eine Ermutigung für Betroffene.

Im falschen Geschlecht geboren, jahrelanges Suchen und sich Verstellen, sich auf den transidenten Weg machen, das Glück anzukommen – die Gesichter und begleitenden Texte geben einen kleinen Einblick in das Wechselbad der Gefühle. Die schwarz-weiße Bildersprache setzt einen Kontrapunkt zur lauten bunten Welt und lässt uns inne halten. Kathrin Stahl, Fotografin, Projektleiterin und Mutter von Marie, hat diese klassische Form gewählt, um transidente Menschen in ihren Lebenswelten zu zeigen – allein lebend, mit Partner, mit Kind oder mit Hund. Die Bilder betonen die Normalität dieser Leben. Ein Teil der Teilnehmenden kommt aus Brandenburg und ich freue mich, dass sie heute hier sind. Schwarz-Weiß soll auch Denkanstoß sein, eigene Urteile und Ansichten in Frage zu stellen, Grauabstufungen und Variationen zuzulassen, andere Perspektiven einzunehmen, nachzuvollziehen und zu verstehen.

Lassen Sie die Fotos und Geschichten auf sich wirken. Ich danke den Initiatoren um Jirka Witschak und natürlich der Fotografin und Texterin Kathrin Stahl und allen Teilnehmenden. An der Umsetzung der Ausstellung beteiligte sich die Potsdamer Gruppe Transistor, eine Selbsthilfegruppe im besten Wortsinn, die seit Jahren mit ihrem monatlichen Stammtisch, mit Beratungs- und Gesprächsangeboten transidenten Menschen zur Seite steht. Mein Dank dafür an Jannes Christopher Albu, dem Initiator.
Und ich lade Sie ein, ins Gespräch zu kommen und im Anschluss an die Ausstellungsbesichtigung den Fernsehfilm „Mein Sohn Helen“ anzuschauen. Der Film zum Thema Transidentität wird am 24.4. zur sogenannten Primetime, also um 20.15 Uhr in der ARD erstmals ausgestrahlt.
Unterstützen wir alle gemeinsam das „Bündnis faires Brandenburg“ dabei, weitere Ausstellungsorte im Land zu finden, um Vorurteile ab- und Akzeptanz aufzubauen.

Vielen Dank!