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Jürgen Angelow

Kathrin Dannenberg

Sorbisch/Wendisch entsprechend dem Bedarf vermitteln

Nach einer Kleinen Anfrage im Jahre 2018 hat die Linksfraktion die Landesregierung erneut nach der heutigen und künftigen personellen Absicherung des Sorbisch/Wendisch-Unterrichts gefragt. Aus der Antwort geht hervor, dass bis spätestens 2025 zehn der heute 45 Lehrkräfte mit Lehrbefähigung für dieses Fach aus dem Schuldienst ausscheiden. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende sowie minderheiten- und bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg:

Die Weitergabe ihrer Muttersprache bedeutet für die Sorben/Wenden Zukunft. Das Bildungsministerium muss deshalb endlich sagen, wie der Sorbisch/Wendisch-Unterricht auf Dauer stabilisiert werden kann – dazu gehört auch die Absicherung des Unterrichts auf muttersprachlichem Niveau! Zu wenig ist es, vor allem auf künftige Sprachkonzepte für Sorbisch/Wendisch zu verweisen und deren Entwicklung dann vorrangig in die Hände der Sprachgruppe zu legen. Genau das bekommen wir vom Bildungsministerium aber immer wieder zu hören.

Die Studierendenzahl für Sorbisch/Wendisch an der Uni Leipzig hat sich nicht grundlegend verändert; der seit mehreren Jahren diskutierte Masterstudiengang beginnt – nach einer Sprachvorbereitung – frühestens 2022. Auf diesem Wege kann der Lehrkräftemangel nur bedingt verringert werden. Denn bereits heute stellt das Ministerium fest: Bei 45 Lehrkräften gibt es keine Reserve, wenn sie ausfallen. Der Sorbisch-Unterricht fällt deshalb häufig als erstes Fach weg. Gleichzeitig wird aber behauptet, neun Lehrkräfte mit entsprechender Lehrbefähigung würden wegen fehlender Nachfrage nicht für Sorbisch/Wendisch eingesetzt.

Dass sich das Staatliche Schulamt Cottbus/Chóśebuz immer wieder bemüht, Löcher bei der Versorgung der Schulen mit Sorbisch/Wendisch-Lehrkräften zu stopfen, erkennen wir an. Das aber reicht angesichts der in der Kleinen Anfrage geschilderten Personalsituation schon lange nicht mehr.