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Schienenverkehr

Umdenken in der Verkehrspolitik in Nordbrandenburg

Genau vor 130 Jahren rollten die ersten Personenzüge auf den neuverlegten Gleisen zwischen Neustrelitz und Mirow im heutigen Mecklenburg-Vorpommern (MV). Die Strecke war zudem Bestandteil einer überregionalen Bahnverbindung von Hannover bis nach Stettin. Noch Anfang der 90er Jahre fuhren Eilzüge über die Ländergrenze ins märkische Wittenberge. Zunächst 2000, bisher endgültig im Jahr 2003 wurde diese Verbindung gekappt und der 27 km lange Streckenabschnitt Wittstock/Dosse – Mirow stillgelegt.

Inzwischen plant die Stadt Wittstock/Dosse, auf dem Bahndamm ein Fahrrad- und Wanderweg einzurichten. Dies sei explizit kein Schritt, um eine Wiederaufnahme des Bahnbetriebs in der Zukunft zu verhindern, betonte der Leiter des Stadtentwicklungsamtes, Martin Bünning, gestern beim Ortstermin am Bahnhof Mirow. Vielmehr strebe seine Stadt eine sinnvolle Zwischennutzung im Sinne der Region und des Klimaschutzes an.

Angereist von Neustrelitz nach Mirow mit der historischen „Ferkeltaxe“ des Hafenbahnvereins Neustrelitz e.V. waren – auf gemeinsame Einladung der Linksfraktionen in den Landtagen von Brandenburg und MV – rund 30 Vertreter*innen aus den Kommunen in der Region, Bürgerinitiativen, Abgeordnete und Interessierte.

Es brauche ein Umdenken, forderte auch Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU). Ein vom Privatauto unabhängigerer Verkehr mit Bahn und Fahrrad sowie die wirtschaftliche Entwicklung der stark vom Tourismus geprägten Region im Norden Brandenburgs und Süden MVs seien keine Gegensätze, sondern bedingten einander. Dafür arbeite man seit Jahren parteiübergreifend zusammen. Entsprechend teilten die Teilnehmenden einmütig den Appell der Landtagsabgeordneten Dr. Mignon Schwenke an „ihre“ Landesregierung in MV, der Bahnausbau gehöre endlich auf die Tagesordnung.

„In Brandenburg sind wir zwar schon einen Schritt weiter“, so Christian Görke, verkehrspolitischer Sprecher der LINKEN im Brandenburger Landtag, „Doch wir brauchen jetzt eine Reaktivierungsoffensive mit konkreten Machbarkeitsuntersuchungen, deren Umsetzung dann in den neuen Landesnahverkehrsplan einfließen kann!“

Zuvor hatten Görke, Schwenke sowie der Brandenburger Linksfraktionschef Sebastian Walter und weitere Abgeordnete aus MV das Bahnwerk Neustrelitz besucht. Hier halten rund 150 Beschäftigte Lokomotiven, Triebzüge und Waggons in Stand. Der Bedarf ist groß, die Auftragsbücher sind voll. Christian Görke resümierte im Gespräch mit Werksleiter Matthias Hunecke: „Wenn die Bundesregierung ihr Ziel erreichen will, die Fahrgastzahlen im Bahnverkehr bis 2030 zu verdoppeln und mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen, wird eine Förderung für Bahnwerke unerlässlich sein. Sonst stehen die vielen neuen Fahrzeuge vor den Werkstätten auf Halde, weil diese mit den Reparaturen nicht hinterherkommen.“


Tesla und Verkehr

Das von der Fraktion in Auftrag gegebene Gutachten zur Verkehrs-Erschließung des geplanten Teslawerkes in Grünheide finden Sie hier.

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