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Verkehrspolitik

Deutschlandtakt: Für mehr Fernbahnstopps in Wittenberge

Im Rahmen des Deutschlandtakts will die Deutsche Bahn bereits ab Dezember 2020 alle halbe Stunde eine ICE-Verbindung zwischen Berlin und Hamburg anbieten. Doch die Prignitz wird davon kaum profitieren, denn zusätzliche Halte in Wittenberge sind nicht vorgesehen. Das beklagten Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und Landrat Thorsten Uhe am Montag bei einem Ortstermin mit den linken Landtagsabgeordneten Thomas Domres und Christian Görke.

Dabei könnte mit wenigen zusätzlichen IC/EC-Halten ohne großen Aufwand schon zum nächsten Fahrplanwechsel in zwei Monaten ein durchgehender Zwei-Stunden-Takt des Fernverkehrs am Bahnknotenpunkt Wittenberge angeboten werden. Dort besteht Anschluss an diverse Regionalbahnlinien im Dreiländereck von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bürgermeister Herrmann hatte fest mit mehr Halten ab Dezember gerechnet und zeigte sich enttäuscht. Immerhin ist seine Stadt im Deutschlandtakt also sogenannter Null-Knoten vorgesehen, an dem sich perspektivisch zu jeder vollen Stunde die Züge des Nah- und Fernverkehrs treffen und auf diese Weise für optimale Umsteigemöglichkeiten sorgen sollen. Den neuen Fahrplan sieht er als verpasste Chance für einen ersten Schritt in diese Richtung.

Der Prignitzer Landtagsabgeordnete Thomas Domres stellte fest: „Der Deutschlandtakt wird zwar als Maßnahme beworben, die Stadt und Land verbinden soll. Ich frage mich aber, wie das gehen soll, wenn alle zusätzlichen Fernzüge ohne Halt zwischen Berlin-Spandau und Hamburg durchfahren. Dabei würde die gesamte Region enorm von einer verbesserten Fernbahnanbindung profitieren.“

Ein weiteres Problem: Um den Null-Knoten umzusetzen, braucht der Bahnhof Wittenberge einen zusätzlichen Bahnsteig, damit tatsächlich alle Linien gleichzeitig halten können. Um diesen rechtzeitig fertigstellen zu können, muss zügig mit den Planungen begonnen werden. Bürgermeister und Landrat fordern deshalb vom Land, die Vorplanungskosten in Höhe von rund einer Million Euro vorzuschießen.

Als verkehrspolitischer Sprecher sagte Christian Görke zu, dieses Thema schon im November im zuständigen Landtagsausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Er erklärte: „Der Deutschlandtakt wird als Baustein für die Verkehrswende nur funktionieren, wenn davon nicht ausschließlich die Menschen in den Großstädten etwas haben. In Wittenberge sehen wir die Chance, mit geringem Aufwand mehr Bahn in die Fläche zu bringen und sehr viel für eine ländliche Region zu erreichen. Wer regelmäßig und schnell im Zug zur Arbeit oder anderen Anlässen aus der Prignitz nach Berlin oder Hamburg kommt, kann das Auto stehenlassen.“


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