16. Oktober 2017 Fraktion vor Ort

Abgeordnete bereisen Spreewald-Region

Die Slawenburg bei Raddusch

Sorbisches Lied in der Kita

Gurkenfrühstück im Spreewald

Am Rande der Klausurtagung im Spreewald bereisten die Abgeordneten der Linksfraktion die Region, besuchten Schulen und Kitas, besichtigten Betriebe und lernten viele interessante und engagierte Leute kenne. Einige der Erfahrungen haben wir hier zusammengefasst:

Slawenburg Raddusch

Die Abgeordneten Isabelle Vandre und Marco Büchel statteten der Slawenburg Raddusch einen Besuch ab. Der Geschäftsführer des Museumsvereines, Ulrich Lagemann, informierte über die anstehende Überarbeitung der Dauerausstellung, die Finanzierung des Museums und seiner Angestellten und die Zuganbindung des Ortes Raddusch mit dem RE2, der dort zur Zeit nur noch morgens und abends hält. Die Abgeordneten haben einige Aufträge mitgenommen: Ziel ist, das künftig noch mehr Schulklassen und Familien die Angebote der Slawenburg nutzen können, um sich mit der Geschichte der Lausitz auseinanderzusetzen. Sie wollen sich für eine bessere Zuganbindung einsetzen Fördermöglichkeiten für das Museum prüfen.

Oberschule in Lübbenau

Die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg besuchte die „Ehm Welk“-Oberschule in Lübbenau. Diese kleine Schule mit rund 200 SchülerInnen ist nicht nur Schule mit hervorragender Berufsorientierung, sondern auch seit diesem Schuljahr Schule für Gemeinsames Lernen. Hier wird also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen umgesetzt.

Die Schulleiterin Gabriela Lehmann war voll des Lobes für das Inklusionskonzept der Landesregierung. Die Ausstattung mit mehr Lehrkräften sei hilfreich im Unterricht. Auch für andere Maßnahmen der rot-roten Regierung wie dem Projekt zur Reduzierung von Schulabgängern ohne Abschluss gab es Zustimmung.

Lehmann sprach aber auch Probleme an: So sei der Umgang mit SeiteneinsteigerInnen schwierig. Hier seien die Schulen oft allein gelassen. Dannenberg konnte hier Veränderungen in Form des neuen Lehrerbildungsgesetzes ankündigen, das ein Konzept für SeiteneinsteigerInnen enthält. Auch bei anderen kleinen Problemen sagte sie Unterstützung zu. Insgesamt konnte sich die Abgeordnete von einer sehr guten Schule überzeugen und positive Rückmeldungen zur Bildungspolitik mitnehmen.

Kita Sonnenkäfer

Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin Gerrit Große besuchte die Kita Sonnenkäfer in Vetschau. 84 Kinder werden dort von zwölf Erzieherinnen liebevoll betreut. Die Einrichtung arbeitet inklusiv, betreut also auch Kinder mit Behinderung. Drei Erzieherinnen haben die niedersorbische Sprache erworben und arbeiten im Rahmen eines offenen, zweisprachigen Witaj-Konzeptes daran, Kinder niedrigschwellig mit ihr vertraut zu machen. Die KITA ist in kommunaler Trägerschaft und personell wie sächlich ausgesprochen gut ausgestattet.

Berufliche Schule für Sozialwesen

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher und Gewerkschaftsexperte Andreas Bernig traf sich mit dem Leiter des AWO-Bildungszentrums Berufliche Schule für Sozialwesen, Ullrich Thorhauer. An dem Zentrum werden Sozialassistenten und Heilerziehungspflegerinnen, Erzieher und Heilpädagoginnen ausgebildet. Noch gibt es für diese Berufe genügend BewerberInnen, erfuhr Bernig, aber bei den HeilerziehungspflegerInnen, die mit behinderten Menschen arbeiten, zeichnet sich ein Engpass ab. Thorhauer und Bernig waren sich einig, dass eine Mindestausbildungsvergütung, wie sie DIE LINKE anstrebt, hier zur Entspannung der Lage beitragen könnte.

Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald

Margitta Mächtig, die rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, besuchte die Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WIS) in Lübbenau. Sie wurde empfangen von Dr. Jürgen Othmer, Stadtplaner und Geschäftsführer des städtebaulichen Kooperationsprojekts Lübbenaubrücke. Für die Stadt und das Umland habe sich ausgezahlt, auf eine Zusammenarbeit von Kommune und Akteuren im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich der Stadt zu setzen, erläuterte Dr. Othmer. Die gemeinsam entwickelten Strategien zeigten seit fast 20 Jahren Wirkung.

Bei einer Stadtrundfahrt machte sich Mächtig ein Bild von sanierten Wohnhäusern und und von einer Stadtgestaltung, die von Bepflanzung über Spielplätze bis zu sozialen Projekten reicht. Lübbenau ist in der Position, umzugswilligen BerlinerInnen gute Angebote machen zu können, sowohl die Wohnsituation mit ihren günstigen Mieten als auch die soziale und kulturelle Infrastruktur sind ausgezeichnet. Lübbenau ist mit Angeboten für alle Generationen auch im Wohnungsneubau gut vorbereitet.

Abwasserzweckverband Calau

Die Sprecherin für den ländlichen Raum, Anke Schwarzenberg, und die Agrarexpertin der Bundestagsfraktion, Kirsten Tackmann, besuchten den Wasser- und Abwasserzweckverband Calau in Lübbenau. Die Abgeordneten informierten sich über den Umgang mit dem sogenannten Altanschließer-Problem. Der Verband ist wirtschaftlich und organisatorisch in guter Verfassung. Die Finanzierung der notwendigen Investitionen erfolgt über ein gemischtes Modell aus Erneuerungsbeiträgen und Gebühren. Die Auslastung der Anlagen kann bislang trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen gewährleistet werden.

Herausforderungen bestehen unter anderem im Umgang mit den Folgen des bergbaubedingten Grundwasseranstiegs und mit neuen Regelungen zur Klärschlammentsorgung. Im Rahmen der Enquetekommission wird die zukünftige Entwicklung der Siedlungswasserwirtschaft im Ländlichen Raum weiter bearbeitet.

Delikatessenfabrik Spreewald-Rabe

Der Fraktionsvorsitzende Ralf Christoffers und der kommunalpolitische Sprecher René Wilke waren in der traditionsreichen Delikatessenfabrik Spreewald-Rabe zu Besuch, in der unter anderem die berühmten Spreewaldgurken produziert. Der Geschäftsführer Markus Belaschk erläuterte, dass dies aber nur ein Standbein des seit vier Generationen tätigen Unternehmens ist. Auch Meerrettich, Kürbis, Rot- und Weißkohl gehören zu den Produkten, ebenso wie Soßen und Dips. 

Belaschk berichtete, dass sein Unternehmen 60 feste MitarbeiterInnen beschäftige; dazu kommen 50 Saisonkräfte. Alle verdienen mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Dennoch sei es schwierig, genügend Fachkräfte zu finden - drei freie Ausbildungsplätze konnten dieses Jahr nicht besetzt werden.

Nach ihrem Besuch waren sich Wilke und Christoffers einig: Spreewald-Rabe ist ein vielversprechendes mittelständisches Unternehmen in Brandenburg. Es ist zu wünschen, dass die Spezialitäten aus dem Spreewald noch mehr Anklang der Supermarktketten findet.