31. August 2017 Sozialtour, Tag IV

Gegen Langzeitarbeitslosigkeit und Ärztemangel

Burkhard Ratzlaff (links) erläutert die Arbeit des Sozialbetriebs

Dr. Helming (rechts) informiert über sein Projekt

Am vierten Tag und vorletzten Tag ihrer Tour durch Brandenburg waren unsere SozialpolitikerInnen im Nordosten des Landes unterwegs: In der Uckermark. Vormittags informierten Sie sich über die Arbeit des Sozialbetriebs "Mit uns gelingt's", Nachmittags ging es um die Zukunft der medizinischen Versorgung auf dem Land:

10.30 Uhr: Die gute Konjunktur hat in den vergangnen Monaten zur positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geführt. Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2017 bei 6,7 Prozent. Nach wie vor abgekoppelt von der guten Entwicklung sind Langzeitarbeitslose. Über die Aktivitäten des Vereins  "Mit uns gelingt`s" berichtete Geschäftsführer Burkhard Ratzlaff den Abgeordneten Bettina Fortunato und Dr. Andreas Bernig.

Dabei ging es vor allem um die Förderung von Sozialbetrieben. Entsprechende ESF-Mittel werden in dieser Legislaturperiode auf Initiative der Linksfraktion im Landeshaushalt bereit gestellt. Michael Steffen, Cheef des Jobcenters Uckermark berichtete über die Situation in der Ukcermark und die Bemühungen des Jobcenters in Zusammenarbeit mit dem Sozialbetrieb."Es ist immer besser, Arbeit, statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren", so das Fazit von Andreas Bernig. Er forderte stärkere Aktivitäten von Seiten der Bundesagentur für Arbeit.

14 Uhr: Die Entwicklung neuer medizinischer Versorgungsmodelle in ländlichen Regionen am Beispiel von Templin und Umgebung stand am Nachmittag auf dem Programm. An dem Termin nahmen neben Fortunato und Bernig auch die Abgeordneten Andrea Johlige und Isabelle Vandre sowie die Vorsitzenden der Sozialausschüsse der Stadt Templin und des Landkreises, Andreas Büttner und Heiko Poppe teil (beide LINKE). Unter dem Dach der IGiB (Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg) und der Sana-Kliniken Berlin-Brandenburg wird in Templin ein Modellprojekt entwickelt und ausprobiert. 14,5 Millionen Euro aus dem vom Gemeinsamen Bundesausschuss verwalteten Innovationsfonds wurden dafür zur Verfügung gestellt.

Projektleiter Dr. Hans-Joachim Helming informierte die Abgeordneten über den Stand der Entwicklung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sind vor allem in der ländlichen Region neue Ideen gefragt. Die Region Templin steht beispielhaft für den dramatischen Wandel. Für 2030 wurde ein Bevölkerungsrückgang um 21 Prozent prognostiziert bei deutlicher Zunahme älterer und chronisch kranker Menschen. Das führt zu einem veränderten Bedarf an ambulanten, stationären, pflegerischen, sozialen und therapeutischen Leistungen.