31. Mai 2017 Bildungspolitik

Unterwegs in Sachen Oberstufenzentren

Kathrin Danneberg, Isabelle Vandre und Gerrit Große mit Schülerinnen.

Die 25 beruflichen Schulen (oder Ober­stufen­zentren) in Bran­den­burg sind trotz ihrer kleinen An­zahl eine wichtige Stütze des Bildungs­systems in unserem Land. Immerhin knapp 38.000 Schüler­innen und Schüler absol­vieren hier ihre Berufs­schule im Rahmen einer dualen Ausbildung, besuchen die Fach­ober­schulen, die Berufs­fach­schulen oder das berufliche Gymnasium. Grund genug für den Arbeitskreis für Bildung der Linksfraktion im Landtag Brandenburg, mal bei einigen dieser Schulen im Rahmen einer OSZ-Tour vorbeizuschauen. Insgesamt fünf OSZs hat die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg – jeweils in Begleitung von regionalen Abgeordneten der LINKEN – in den vergangenen Wochen besucht: Wittenberge, Brandenburg/Havel, Bernau, Schwarzheide und Fürstenwalde. Überall stieß das Interesse der Landtagsabgeordneten auf viel Anerkennung, stehen doch die beruflichen Schulen meist etwas im Schatten der über 600 anderen Schulen.

Beeindruckend an allen OSZs war die sehr gute räumliche und technische Ausstattung. Und obwohl die Zahl der Schülerinnen und Schüler insgesamt sehr stabil ist, gibt es doch erhebliche Unterschiede: Während sich die beruflichen Gymnasien immer größerer Beliebtheit erfreuen, sinkt die Zahl der Berufsschüler teilweise sogar dramatisch ab. In Schwarzheide z.B. gab es vor acht Jahren noch 220 Köche in der Ausbildung, heute sind es noch 20. Ein Grund dafür sahen die Schulleiter vor allem in der geringen Attraktivität einer Ausbildung – daher appelliert Kathrin Dannenberg an die Wirtschaft, die Bezahlung und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Ebenso problematisch ist die Verteilung von Berufsfachklassen. Da gerade in den ländlichen Regionen immer weniger eine Berufsschule besuchen, werden immer mehr Klassen im berlinnahen Raum konzentriert. Das führt nicht nur zu längeren Fahrwegen der Schülerinnen und Schüler, das sorgt leider auch für gut ausgestattete, aber leere Fachkabinette. In Brandenburg/Havel bleibt eine ganze Ausbildungsküche, in Wittenberge ein moderner Friseursalon gänzlich ungenutzt. Die Linkspolitiker nahmen den Wunsch mit, dass hier das Bildungsministerium stärker moderieren muss, wo solche Fachklassen eingerichtet werden. Auch die Bitte, die Mindestanzahl von Schülerinnen und Schülern pro Klasse zu prüfen, haben die Abgeordneten auf ihren to-do-Zettel geschrieben – eine gute fachliche Ausbildung an bestimmten Geräten ist mit 20 und mehr Personen schlicht unmöglich.

Eine große Sorge der beruflichen Schulen ist die Gewinnung von Lehrkräften. Brandenburg selbst bietet diese Form der Lehrerausbildung nicht an, daher sind die Schulen hier auf „Importe“ angewiesen. Auch die Möglichkeit von Seiteneinsteigern wird eifrig genutzt, auch wenn nach Meinung der Schulleitungen hier die Bedingungen gerade für den Zugang und die Qualifizierung flexibler sein könnten. Großes Lob konnten die Abgeordneten für das Qualifizierungsprogramm Grundbildung für Flüchtlinge entgegennehmen. Obwohl es da im Detail noch das eine oder andere kleine Problem gibt, wird das Programm sehr gut angenommen und arbeitet sehr erfolgreich.

Insgesamt hat sich die Situation der OSZs in den vergangenen Jahren verbessert. DIE LINKE nimmt dennoch einige konkrete Wünsche von der Tour mit in den Landtag. Auf Initiative von Kathrin Dannenberg wird sich der Bildungsausschuss im Juni z.B. mit den beruflichen Schulen befassen. Und die OSZs werden sicherlich auch künftig im Fokus der Linksfraktion stehen.