11. Mai 2017 Gesundheit im Alter

Gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif

Pfleger hilft einer alten Dame beim Anziehen

Anlässlich des Inter­nationalen Tages der Pflege am 12. Mai fordert die gesund­heits- und sozial­politische Sprecherin Bettina For­tunato mehr Anerken­nung für die Arbeit der Pflegenden. Sie erklärt: Pflegende in Kranken­häusern, Pflege-­Einrichtungen und ambulanten Pflege­diensten leisten Tag und Nacht eine verantwortungsvolle, oft auch körperlich schwere Arbeit. Diese muss auch angemessen vergütet  werden. Doch die Pflegeleistung wird in den fünf Neuen Bundesländern und Berlin nach wie vor geringer bezahlt als in den Alten Bundesländern. So beträgt die aktuelle Ost-West-Lohndifferenz in der ambulanten Altenpflege fast 450 Euro, bei Krankenschwestern sogar rund 500 Euro.

 

Während  die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, sinkt die Zahl der Fachkräfte. Ambulante Pflegedienste in Brandenburg haben zunehmend  Probleme, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Laut Bundesgesetzgeber erhalten Pflegebedürftige mit gleichem Pflegegrad gleiches Geld. Aber die Leistungsanbieter erhalten von den Pflegekassen länderspezifische Entgelte. So erhalten Brandenburger Pflegedienste teilweise bis zu 45 Prozent weniger Geld für die gleiche Leistung als Anbieter in Berlin.

Die Gesetzgebung für das Gesundheits- und Pflegesystem liegt fast ausschließlich in Bundes- Kompetenz. Es fehlt immer noch eine stabile und gerechte Grundlage zur Finanzierung der Kosten der Gesundheits- und Pflegeversorgung einschließlich einer guten Entlohnung der Beschäftigten. Unsere Fraktion unterstützt deshalb die Aktionen von Initiativen und Gewerkschaften anlässlich des Tages der Pflege für eine angemessene Vergütung, bessere Arbeitsbedingungen und gesetzliche Vorgaben zur Personalbemessung in Krankenhäusern.