2. Mai 2017 Besuch in der Lausitz

Linksfraktion informiert sich über Sorbisch-Unterricht

In den vergangenen Wochen schlugen die Wellen in der Lausitz hoch - mögliche Änderungen rund um den Sorbisch-Unter­richt in den Schulen hatten viele Eltern besorgt gemacht. DIE LINKE hat dabei immer klargestellt: Für uns gilt die Verfassung und die Vorgaben des Sorben/Wenden-Gesetzes, auch was die Bewahrung und Förderung des Niedersorbischen angeht. Dazu gehört nach Auffassung der Linksfraktion auch ein qualitativ hochwertiger und gut abgesicherter Unterricht für diese Minderheitensprache.

Um sich die aktuelle Situation genauer anzusehen, waren Abgeordnete der Fraktion am 27. April in Cottbus unterwegs. Zunächst besuchten die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg, die minderheitenpolitische Sprecherin Anke Schwarzenberg und der Cottbuser Abgeordnete Matthias Loehr die Grundschule in Sielow. Die Schulleiterin berichtete, dass die Grundschule seit Beginn Teil des Witaij-Projektes ist und die Erfahrungen damit hervorragend seien. Gemeinsam mit dem Schulrat Herrn Koch beschrieb sie die aktuelle Situation an ihrer Schule als sehr gut. Probleme mit der Umsetzung des Sorbisch-Unterrichtes gäbe es nur, wenn die entsprechende Lehrkräfte krank würden oder die Eltern ihre Kinder vom Sprachunterricht abmelden. Kathrin Dannenberg betonte daher nochmal, dass die Fraktion sowohl die Ressourcen als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Erlernen des Niedersorbischen absichern will.

Im Anschluss ging es zur Arbeitsstelle für sorbisch/wendische Bildungsentwicklung in Cottbus (ABC), eine Abteilung des Schulamtes, 
welche sich vor allem mit sorbisch/wendischem und bilingualem Unterrichtsmaterialien befasst. Die Abgeordneten waren beeindruckt, mit welchem Engagement hier v.a. Lehrkräfte Materialien für den Unterricht erstellen und für die Sprache an sich werben. Einige Wünsche zur besseren Ausstattung der Arbeitsstelle nahmen die Abgeordneten auch mit.
Letzte Station des Tages war das Witaj-Sprachzentrum, eine von der Domowina getragene Institution, die sich vor allem um die Sprachvermittlung an Kitas kümmert. Herr Dr. Zakar erläuterte, wie groß die Bereitschaft für Fortbildung im Bereich Niedersorbisch bei den Erzieher*innen ist und dass das Zentrum gemeinsam mit dem Institut für Sorabistik an der Uni Leipzig an standardisierten Sprachzertifikaten arbeitet. So könne seiner Ansicht nach die Qualität der Sprachvermittlung verbessert werden. Im Anschluss fand noch ein Gespräch mit dem Rat für sorbisch/wendische Angelegenheiten statt.

Insgesamt waren die Abgeordneten nach dem Tag überzeugt, dass der Protest der Eltern berechtigt war, die Weiterentwicklung des Sorbisch-Unterrichts aber nun auch Dank eines Antrages der Koalition im April auf einem guten Weg ist.