21. April 2017 Gedenken an die Opfer des Faschismus

„Der Schoß ist fruchtbar noch…“

In den Gedenkstätten Sachsen­hausen und Ravens­brück erinnern am kommenden Wochen­ende Überlebende der Konzen­trations­lager aus vielen Nationen an den 72. Jahrestag der Befreiung durch die Rote Armee im April 1945. An den Feier­lich­keiten nehmen auch Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE teil und legen Kränze nieder. Dazu erklärt die kulturpolitische Sprecherin Gerrit Große:

Fast ein Menschenleben liegt zwischen damals und jetzt. Deshalb ist es ein großer Erfahrungsschatz, wenn wir den wenigen Überlebenden derzeit noch zuhören können - ihrer Mahnung für das Heute. Der jüngste Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Kremmen wie auch die 167 Fälle rechtsextremer Gewalt im Jahr 2016 in Brandenburg machen deutlich, wie aktiv die Neonazi-Szene weiter ist.

Umso wichtiger ist es, die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entsprechend zu fördern. Das hat die rot-rote Koalition auch mit dem Doppelhaushalt 2017/2018 getan. Außerdem werden wir in der Plenarsitzung im Mai einen Antrag einbringen (Drucksache 6/6388) um die Rahmenbedingungen für die gedenkstättenpädagogische Arbeit zu verbessern.

  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mehr finanzielle Bundesmittel für notwendige Baumaßnahmen (wie z. B. die Wäscherei in Sachsenhausen oder den Zellenbau in Ravensbrück) und für den Bauunterhalt erhält.
  • Das Konzept „Geschichte vor Ort - Erinnerungskultur im Land Brandenburg in der Zeit von 1933 bis 1990“ soll evaluiert und der internationale Austausch - vor allem junger Menschen - im Zusammenhang mit Erinnerungskultur unterstützt werden.
  • Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Brandenburger Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, im Laufe ihrer Schulzeit wenigstens einmal sowohl einen Gedenkort der Opfer des Nationalsozialismus als auch der SED-Diktatur besuchen können.