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31. Juli 2017 Bettina Fortunato

Ausbildungsvergütung muss eigenständiges Leben ermöglichen

Morgen beginnt für Azubis in zahlreichen Branchen das neue Aus­bildungs­jahr. Aus diesem Anlass fordert die sozial­politische Sprecherin der LINKEN im Landtag, Bettina Fortu­nato, eine gesetz­liche Mindest­ausbil­dungs­ver­gü­tung. Sie erklärt: Die Nach­wuchs­gewinnung ist ein Beitrag zur Fach­kräfte­sicherung. Alle Unternehmen in Brandenburg sind aufgefordert, Möglichkeiten der betrieblichen Ausbildung zu prüfen und attraktive Bedingungen anzubieten. Dazu gehört eine Ausbildungsvergütung, die ein eigenständiges Leben ermöglicht. Derzeit fällt die Vergütung je nach Beruf, Branche und Region stark unterschiedlich aus.

Eine Mindestausbildungsvergütung ähnlich dem gesetzlichen Mindestlohn würde die Situation von Auszubildenden verbessern und ihnen mehr Eigenständigkeit ermöglichen. Sie ist auch ein Instrument gegen regional bedingte Ungleichheit sowie für die Gleichstellung der Geschlechter. Im Berufsbildungsgesetz ist derzeit lediglich geregelt, dass Auszubildende Anspruch auf eine angemessene Vergütung haben. Es wäre an der Zeit, hier eine Mindestausbildungsvergütung einzuführen, bei Vorrang von Festlegungen in Tarifverträgen.

Zum Hintergrund: In vielen Branchen gibt es Tarifverträge, die die Höhe der Ausbildungsvergütung regeln, aber nicht in allen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist höchst unterschiedlich und nicht in jedem Fall existenzsichernd. Während ein Auszubildender in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg im 1. Lehrjahr 920 Euro und im letzten Lehrjahr 1.080 Euro erhält, gibt es für Brandenburg aktuell im Friseurhandwerk keine tarifliche Regelung. In Berlin erhalten Friseurauszubildende im 1. Lehrjahr 265 Euro und im 3. Lehrjahr 395 Euro. Und es gibt nach wie vor ein Ost-West-Gefälle in der Ausbildungsvergütung. In Ostdeutschland beträgt die Vergütung ca. 92 Prozent vom Westniveau.