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20. März 2017 Kathrin Dannenberg

Niedersorbisch lernen ist „in“! Jetzt geht es um mehr Qualität!

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 2469 erklärt die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg: Die Antwort belegt, was Elterninitiativen, Domowina, Vereine und auch wir als DIE LINKE seit langem kritisieren: Lerngruppen in Sorbisch/Wendisch erst ab 12 Schülerinnen und Schülern gehen an den Realitäten im Land vorbei.

In 61 von 107 Klassen, in denen es für das Schuljahr 2016/17 Anmeldungen für den Sorbisch/Wendisch-Unterricht gibt, gibt es weniger, zum Teil deutlich weniger als 12 Schülerinnen und Schüler. Schon heute wird in fast allen Grundschulen Sorbisch/Wendisch jahrgangsübergreifend für zwei Klassen unterrichtet. Mit dem Entwurf der neuen Sorben/Wenden-Schulverordnung ist sogar gemeinsamer Unterricht für mehr als zwei Jahrgangsstufen und gemeinsamer Unterricht von Schüler*innen mehrerer Schulen vorgesehen. Schon deshalb darf die Sorben/Wenden-Schulverordnung so nicht in Kraft treten.

Die neue Sorben/Wenden-Schulverordnung soll einen wirksamen Beitrag zur Revitalisierung der vom Aussterben bedrohten niedersorbischen Sprache leisten. Deshalb gehört die Frage einer höheren Qualität des Unterrichts auf die Agenda der Landespolitik. Die bisherigen „Rezepte“ sind untauglich. Es geht um kleine Gruppen, in denen vor allem Schüler*innen der Primarstufe die Sprache ihrer Vorfahren erlernen können, um sie wieder im Alltag der Niederlausitz zu etablieren. Notwendig sind dafür mehr und gut qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer für den Sprach- und den bilingualen Unterricht.

Wie attraktiv das Erlernen unserer Minderheitensprache schon heute ist, belegen die Zahlen des MBJS: Im Schuljahr 2016/17 lernen in den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen der Niederlausitz 1.678 Schülerinnen und Schüler Niedersorbisch – das sind 315 (oder knapp 20 Prozent) mehr als noch im Schuljahr 2000/2001. Und „Witaj“ ist ein Erfolgsprojekt, das wir durch entsprechende Rahmenbedingungen weiter fördern müssen.