2. März 2017 Brandenburger Frauenwoche

Unser Ziel: eine geschlechtergerechte Gesellschaft

Bild: iracvetnaya/fotolia.com

Die heute beginnende Branden­burgische Frauen­woche steht unter dem Motto „Frauen MACHT faire Chancen“. Dazu erklärt die frauen- und gleich­stellungs­poli­tische Sprecherin Diana Bader: Die Gleich­berech­tigung von Frauen und Männern steht in Deutsch­land im Grund­gesetz. In der Realität sind wir aber immer noch weit davon entfernt. Noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit im Durchschnitt 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie zunehmend gut und häufig besser ausgebildet sind. Rechnerisch arbeiten sie damit 77 Tage im Jahr, also bis zum 18. März umsonst. Beispiel dieser Ungerechtigkeit aus dem aktuellen Lohnspiegel: Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen einer Köchin liegt bei 1.811 Euro, das eines Kochs hingegen bei 2.222 Euro – beide arbeiten 38 Stunden.

Frauen arbeiten oft ungewollt in Teilzeit- und Minijobs, was zu geringerem Einkommen, unzureichender Altersvorsorge und Altersarmut führt. Sie haben es immer noch schwer in Führungspositionen aufzusteigen und ihre Armutsgefährdung - insbesondere bei Alleinerziehenden, ist deutlich höher als bei Männern. Und es sind zumeist die Mütter, die sich um Kinder und pflegebedürftige Angehörige  kümmern und den Großteil der unbezahlten Hausarbeit leisten. Dabei erwartet die Mehrzahl der Männer heute, dass Frauen erwerbstätig und finanziell unabhängig sind. Trotzdem übernehmen sie nicht in gleichem Umfang Verantwortung für Familie und Haushalt. Gleichstellung beginnt im Kopf.

Brandenburg hat in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet der Gleichstellung viel erreicht, aber es gibt nach wie vor Handlungsbedarf. Deshalb hat der Landtag im Herbst vergangenen Jahres die Fortschreibung des „Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms für das Land Brandenburg“ verabschiedet.