Sorben und Wenden - mehr als Folklore

Seit langem kämpfen die Sorben/Wenden in Brandenburg für die Erweiterung ihrer Rechte – unterstützt von uns LINKEN. Bei der Umsetzung des ersten Sorben/Wenden-Gesetzes (1994) gab es Erfolge, aber auch Probleme. Gleichzeitig formulierten die Europäischen Minderheitenabkommen neue Anforderungen. Doch bis 2009 lehnten alle Regierungen Änderungen ab.

Am 22. Januar 2014 wurde das neue Brandenburger Sorben/Wenden-Gesetz beschlossen. Ohne die rot-rote Koalition, ohne DIE LINKE in der Regierung, hätte es diesen »historisch bedeutsamen Akt im Sinne des sorbischen Volkes« (Bundesvorstand der Domowina) nicht gegeben.

Rechte der Sorben/Wenden erheblich erweitert
  • Die anerkannten Dachverbände der Sorben/Wenden erhalten ein Verbandsklagerecht
  • Das Vertretungsorgan der Minderheit beim Landtag, der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, wird künftig in ganz Brandenburg direkt von den Sorben/Wenden gewählt
  • Es gibt jetzt einen Beauftragten der Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden.

Im Unterschied zum sächsischen Sorbengesetz legt das Brandenburger Gesetz umfangreiche Pflichten für den Bereich Bildung fest:

  • Kitas und Schulen, die sich der Vermittlung und Pflege der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur widmen, sind besonders zu fördern.
  • Das Land muss die Aus- und Weiterbildung von Lehrern und Erziehern in niedersorbischer Sprache sowie in Kultur und Geschichte der Sorben/Wenden gewährleisten
  • An Schulen mit niedersorbischen Sprachangeboten sollen Lehrer mit angemessenen Sprachkenntnissen eingesetzt werden.Das angestammte Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden kann endlich den heutigen Bedingungen in der Niederlausitz angepasst werden.

Für weitere Lausitzer Städte und Dörfer wird die Möglichkeit geschaffen, (wieder!) zum Siedlungsgebiet zu gehören. Voraussetzung ist, dass eine kontinuierliche sprachliche oder kulturelle Tradition nachweisbar ist. Damit wurde eine langjährige Forderung der Minderheit erfüllt!