Sorben und Wenden - mehr als Folklore

Am 22. Januar 2014 hat der Landtag das neue Sorben/Wenden-Gesetz (SWG) beschlossen. Ohne die rot-rote Koalition, ohne DIE LINKE in Regierung, hätte es diesen »historisch bedeutsamen Akt im Sinne des sorbischen Volkes« (Bundesvorstand der Domowina) nicht gegeben.

Vieles hat sich seitdem zum Positiven verändert
  • Die Domowina ist als Dachverband der Minderheit anerkannt, sie hat Verbandsklagerecht.
  • Seit 2014 gibt es Beauftragte der Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden.
  • Der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag wurde 2015 in ganz Brandenburg erstmals direkt von den Sorben/Wenden gewählt.
  • Die zweisprachige Beschriftung von Verkehrszeichen wurde angepasst – Deutsch und Niedersorbisch werden gleichberechtigt verwendet.
  • Das angestammte Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden wurde den heutigen Bedingungen angepasst. Mit Stand Mai 2017 ist für 43 Gemeinden oder Teile von Gemeinden das Vorhandensein von sorbischer/wendischer Sprache und/oder Kultur nachgewiesen.
  • Gemeinden und Landkreise bekommen ihren zusätzlichen Aufwand bei der Umsetzung des SWG erstattet.
  • Erstmals hat Brandenburg einen Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache.
  • Die Zuwendungen des Landes für die Stiftung für das sorbische Volk und die Lehrerausbildung in Leipzig wurden deutlich erhöht.
Aber Minderheitenpolitik ist eine ständige Aufgabe
  • Vor allem bei der Vermittlung der niedersorbischen Sprache in den Schulen gibt es Handlungsbedarf. Es geht um mehr als nur die Größe von Lerngruppen – unser Ziel ist ein umfassendes Konzept für die Bildung von der (Witaj-)Kita bis zum Abitur.
  • Die Ausbildung von Nachwuchskräften für das Fach Niedersorbisch sowie den Fachunterricht in niedersorbischer Sprache muss erhöht werden.
  • Bei der Verwaltungsstrukturreform sind die Minderheitenrechte zu sichern. Das heißt vor allem: hauptamtliche Sorben/Wenden-Beauftragte und spezielle Ausschüsse in Cottbus und allen Landkreisen im Siedlungsgebiet.